Taschkent, Usbekistan, 21.–23. Juli 2026
HSS qualifiziert Mahalla-Fachkräfte durch praxisorientiertes Training of Trainers-Seminar
Открытие семинара Training of Trainers в Ассоциации махаллей. Трёхдневная программа сочетала практико-ориентированное обучение, обмен опытом и упражнения по модерации с целью подготовки будущих региональных тренеров для предоставления услуг, ориентированных на граждан.
Mahallas sind die traditionellen Selbstverwaltungsorgane auf Nachbarschaftsebene und eine wichtige Schnittstelle zwischen Staat und Bevölkerung. Sie leisten soziale Unterstützung hilfsbedürftiger Haushalte, fördern Bürgerbeteiligung und setzen staatlicher Programme auf lokaler Ebene um. Da ihre Zuständigkeiten stetig wachsen, gewinnt die Qualifizierung der Mahalla-Mitarbeitenden an Bedeutung.
Nach den Grundsätzen der Erwachsenenbildung bestand das Training zu rund 70 Prozent aus Fallstudien, Simulationen, Gruppenarbeiten und Moderationsübungen. Die Teilnehmenden befassten sich mit Themen aus dem Alltag usbekischer Mahallas, unter anderem mit der Ermittlung lokaler Bedarfe, Beratungs- und Vermittlungsangeboten, Finanzfragen, Projektplanung und Moderationstechniken. Darüber hinaus führten sie eigene Kurzschulungen durch und erhielten dazu strukturiertes Feedback aus der Gruppe.
In Kleingruppen analysieren die Teilnehmenden Fallbeispiele und entwickeln Lösungen zur Unterstützung besonders schutzbedürftiger Haushalte.
Nach dem Modul zur Finanzkompetenz berichteten mehrere Mahalla-Vorsitzende, dass sie die neuen Kenntnisse noch am selben Abend in Beratungsgesprächen eingesetzt hätten. Dabei informierten sie Bürgerinnen und Bürgern über staatlichen Fördermöglichkeiten für Unternehmensgründungen, einschließlich des zinsfreien Darlehensprogramm. Das Beispiel verdeutlichte den unmittelbaren Praxisbezug des Trainings. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Wandel von pauschalen zu evidenzbasierten Unterstützungsmaßnahmen im Rahmen des Themenfeldes der Armutsbekämpfung und Beschäftigungsförderung. Anhand konkreter Fälle untersuchten die Teilnehmenden etwa die Wiedereingliederung eines zurückkehrenden Arbeitsmigranten und die Unterstützung einer alleinerziehenden Mutter. Dabei sollten zunächst die Ursachen der Bedürftigkeit, die verfügbaren Haushaltsressourcen, örtliche Marktbedingungen und mögliche Risiken wie Überschuldung analysiert werden. Auf dieser Grundlage entwickelten die Teilnehmenden individuell zugeschnitten Aktionspläne für sechs Monate.
Die Teilnehmenden präsentieren ihre Gruppenarbeiten zu Projektmanagement und Armutsbekämpfung und erproben die im Workshop vermittelten Methoden.
In ihren Rückmeldungen hoben die Teilnehmenden vor allem den Praxisbezug, die realitätsnahen Fallstudien und die interaktive Gestaltung des Trainings hervor. Der Workshop stärkte neben fachlichen Kompetenzen auch ihre didaktischen und kommunikativen Fähigkeiten. Der Workshop war der Auftakt eines umfassenderen Qualifizierungsprogramms. Am 11. und 12. August 2026 sollen ausgewählte Teilnehmende an einem Aufbauworkshop in den Bereichen Führung, Organisationsentwicklung, Kommunalfinanzen, Projektmanagement, Wirkungsmonitoring und bürgerorientierte Verwaltung teilnehmen. Langfristig ist der Aufbau eines landesweiten Netzwerks regionaler Trainerinnen und Trainer innerhalb des Mahalla-Systems vorgesehen. Mit dieser Initiative vertieft die Hanns-Seidel-Stiftung ihre Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Mahallas und leistete einen Beitrag zur Stärkung kommunaler Selbstverwaltung in Usbekistan.
Assoziation der usbekischen Mahallas (Usbekistan): Die staatliche NGO ist eine zentrale nationale Dachorganisation für lokale Selbstverwaltungsstrukturen in Usbekistan und fungiert als Schnittstelle zwischen lokaler Verwaltung, Zivilgesellschaft und staatlichen Institutionen. Sie spielt eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung partizipativer Ansätze und lokaler Entwicklungsmaßnahmen.